Der Begriff
"Bonding“ meint das grundlegende Bedürfnis einem anderen zu nah sein , in dieser Nähe eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, mitzuteilen und zu empfangen, im Kontakt mit dem Anderen Grenzen zu setzen, die eigenen berechtigten Bedürfnisse zu vertreten unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Anderen. In therapeutisch begleiteten Nähe-Übungen, im geschützten Raum der therapeutischen Gemeinschaft während einer mehrtägigen Gruppe, können Angst vor Nähe, Angst vor Verletzung, vor Ohnmacht, Zurückweisung, Trennung etc. bewußt werden, zwischenmenschliches Vertrauen aufgebaut und die Fähigkeit zu sicherer stabiler Bindung entwickelt werden.
Die Bonding- Psychotherapie als störungsübergreifendes Therapiemodell sieht Menschen mit seelischen Störungen in ihren
psychosozialen Grundbedürfnissen verletzt: im Bedürfnis nach Bonding, (sich sicher und geborgen fühlen können in körperlicher Nähe), darauf aufbauend nach sicherer Bindung, nach Autonomie, Selbstwert, Identität,körperlicher Integrität und Sinn.
Krankheit wird als Mangelsyndrom verstanden, oder, wie Walther Lechler, der ehemalige Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Bad Herrenalb und Begründer des „Bad Herrenalber Modells, es formulierte, als Hunger und Durst nach vertrauensvoller Nähe zu Menschen bei Wahrung der Grenzen und der Würde des Einzelnen.
Ziel ist es, durch emotional korrigierende Erfahrungen im Fühlen, Denken und Handeln zu lernen, in Einklang mit seinen psychosozialen Grundbedürfnissen leben. In der Gruppe, in der
"therapeutischen Gemeinschaft", im geschützten Raum für neue Erfahrungen mit Nähe, mit Grenzen, mit Selbstfürsorge für eigene Bedürfnisse und Respekt für die des anderen, gelten günstigere und lebensfreundlichere Bedingungen als die, die zu der Störung der zwischenmenschlichen Beziehungen geführt haben. So können mit der Unterstützung der Gruppe destruktive Verhaltensweisen bewußt werden und befriedigendere Weisen des Umgangs mit sich selbst und anderen geübt und gelernt werden.
Unsere Bonding-Psychotherapie-Gruppen werden von zertifizierten Bonding-PsychotherapeutInnen (DGBP) geleitet (siehe Therapeutenliste).
Mehr Info und Literatur:
Konrad Stauss,
Bonding Psychotherapie. Grundlagen und Methoden.
2006
Jacqueline Lair,
Walther Lechler,
Von mir aus nennt es Wahnsinn,
Kreuz-Verlag
www.dan-casriel-institut.de
www.bonding-psychotherapie.de