unser Angebot - Therapeutisches Konzept...


Adleheid Gerstenberg bietet Paartherapie in Einzelsitzungen an, auch an aufeinanderfolgenden Tagen mit Unterkunftsmöglichkeit im Institut.

Termine nach Absprache!




Wie werden wir ein gutes Team?

Neuigkeiten für Paare, und was Ihr wissen sollt!

So sehr wir uns nach einer erfüllten Partnerschaft sehnen, so sehr werden wir auch durch sie „gebeutelt“! Warum? Wir alle sind angefüllt mit frühen Beziehungserfahrungen. Die wichtigsten sind die der ersten Lebensjahre. War die Summe der Erfahrungen eher positiv, sind die Schlüsse, die wir bezüglich unserer eigenen Person, gegenüber dem Anderen, bezüglich unserer Bedürfnisse und gegenüber dem Leben gezogen haben, vorwiegend positiv.
Wir mögen uns, wir mögen andere. Wir denken und erwarten von dem Anderen grundsätzlich Positives. Un- sere Bedürfnisse nach Nähe, Zärtlich- keit und nach Sexualität ,aber auch nach dem Alleinsein empfinden wir als etwas Selbstverständliches . Wir er- warten von dem Leben im Wesent- lichen Gutes, Aufregendes und Spannendes und sind bereit, das „Abenteuer Leben“ einzugehen.
Waren die Beziehungserfahrungen eher schmerzhaft, und haben wir viele Verwundungen erlebt, dann sind unsere inneren un- bewussten Einstellung eher davon geprägt und teilweise negativ. Wir können uns selber nicht so richtig lieb haben und wertschätzen – denn wie soll das gehen, wenn „man uns Schmerz zugefügt, uns vielleicht verlassen (z.B. Krankenhaus, Scheidung) hat“--, wir sind eher vorsichtig dem Anderen gegenüber, denn er könnte uns genauso verletzen wie „damals“; wir finden andere besser als uns selbst und mehr der Liebe wert; das Leben wird eher als etwas Unsicheres, vielleicht sogar bedrohlich erlebt. Mit der Befriedigung unserer elementaren Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit, Zärtlichkeit und Sexualität, aber auch nach Eigenem kommen wir nicht so richtig voran. Wir fürchten die Verwundungen. Wir blockieren uns selbst oder den Partner. Wir reichen uns gegenseitig dafür die Schuld hin und her. Unbewusst wollen wir mit Hilfe des Partners oder der Partnerin das „Mangelloch der Kindheit“ schließen und merken nicht, wie wir sie oder ihn damit überfordern und wegtreiben. Vielleicht bleiben wir auch allein , bestehen auf „unserem Freiraum“ und lassen, ohne dass wir es merken, den anderen „am ausgestreckten Arm verhungern“. Oder wir sehnen uns so sehr nach einer intimen Beziehung, aber die Furcht ist größer, so daß wir allein bleiben und an der Sehnsucht leiden; oder die neue Verbindung, wenn sie verbindlich wird, wieder zerstören.
In der Regel finden wir genau den Partner, der zu unserem Beziehungsmuster passt, wie „Schlüssel zum Schloß“.
Oft schauen wir uns gegenseitig unbewusst durch die „Beziehungs- brille“ unserer Kindheit an, erkennen einander nicht und sind erschüttert, wenn wir scheitern . Wir waren doch so glücklich! Aber je näher und verbindlicher es wird, desto mehr wirken leider auch die unbewussten früheren Beziehungsenttäuschungen mit den negativen Schlüssen, die wir daraus gezogen haben. Diese verhindern das gute Gelingen einer Beziehung.
So hat es keinen Sinn, sich gegenseitig den „Schuldballen“ hin und her zu reichen!! Beziehung bedeutet Arbeit!! Die negativen Schlüsse und Einstellungen müssen uns bewusst werden. Unsere Wut und Schmerzen und unsere kindlichen Sehnsüchte müssen dorthin gelenkt werden, wo sie wirklich entstanden sind. Als liebendes Paar unterstützen wir uns gegenseitig auf diesem Weg. Wir wissen, dass wir beide nur unvollkommen für eine lebendige und gesunde Beziehung vorbereitet wurden und oft in unserer Herkunftsfamilie noch ungut verstrickt sind. Daraus folgt, dass wir miteinander behutsam und nachsichtig umgehen, und jeder sich bemüht, erst einmal „sein eigenes Fundament zu sanieren“.
Aus meiner Sicht ist Liebe, wenn beide einander unterstützen, der oder die zu werden, die sie in Wirklichkeit sind.
Hadamar 31.12.01 Ingo Gerstenberg