In unserem therapeutischem Konzept verbinden sich das Gehaltenwerden in körperlicher Nähe emotionaler Offenheit zur Veränderung der beziehungsfeindlichen Bindungsmuster (Bondinggruppen) mit den unmittelbar mit den Familienmit- gliedern arbeitenden Halteprozessen zur Erneuerung der Bindungen (Festhalte-und Haltegruppen). Im Familienstellen kann sich der Einzelne seinen Platz zwischen seinen Lebenspartnern vergegen- wärtigen und die Bedeutung all dessen, was miteinander und gegeneinander geschieht, begreifen. Wenn die Schmerzen und Wunden des „Inneren Kindes“ (Innere-Kind-Arbeit) ausgedrückt, betrauert und angenommen worden sind, kann man sich als erwachsener Mann oder erwachsene Frau (Gruppen für Männer und Frauen) zugehörig und ebenbürtig fühlen, und es wird der Zugang frei zum heilen inneren Kern der Person, die in aufmerksamer lebendiger Resonanz steht mit sich selbst und dem Ganzen der Welt. In diesem Sinn ist unsere Arbeit, wie sie von dem Gründer des Instituts Dr. Ingo Gerstenberg von 1984 bis 2004 entwickelt wurde, eine Antwort auf Gefühlskälte, Beziehungsunfähigkeit und Liebes- unfähigkeit in unserer Zeit. Menschen, die gehalten, angeschaut und angehört werden, können lernen, sichere Bindungen einzu- gehen, vertrauensvolle Nähe zu Anderen aufzubauen, sind belast- barer in Krisen und widerstandsfähiger gegenüber Erkrankungen, Süchten oder destruktivem antisozialem Verhalten und nehmen zu an Mitgefühl, Lebensfreude und Einstimmung ins Leben.